Die Kurzversion
Die Säule 3a ist der gebundene Teil der privaten Altersvorsorge. Sie erhalten bei einer Einzahlung einen Steuerabzug, aber das Geld ist blockiert, ausser in bestimmten zulässigen Situationen wie Pensionierung, Wohneigentum, Selbstständigkeit, Invalidität oder definitivem Wegzug aus der Schweiz.
Die Säule 3b ist der freie (flexible) Teil. Sie kann Bankguthaben, Wertschriftenportfolios, Lebensversicherungen und andere private Vermögenswerte umfassen. In der Regel bietet sie nicht den gleichen direkten Steuerabzug wie die Säule 3a auf Bundesebene, ist dafür aber viel einfacher zugänglich und übertragbar.
Für ausländische Einwohner lautet die beste Antwort selten «3a oder 3b». Die eigentliche Frage ist, wie viel in die gebundene Schweizer Vorsorge fliessen soll und wie viel für einen Wohnortwechsel, familiäre Verpflichtungen, Währungsbedürfnisse oder Immobilienpläne flexibel bleiben muss.
Warum Expats bei langfristigen Versicherungsverträgen vorsichtig sein sollten
Viele hören das erste Mal durch ein Verkaufsgespräch für eine Versicherung von der Säule 3a. Einige 3a-Versicherungsprodukte können für bestimmte Absicherungsbedürfnisse sinnvoll sein, aber sie sind nicht dasselbe wie ein kostengünstiges Wertschriftenkonto.
Ein Expat, der die Schweiz eventuell nach drei bis fünf Jahren wieder verlässt, sollte Rückkaufswerte, Prämienpflichten, Anlagekosten und die Folgen bei einer Beitragsfreistellung verstehen. Ein flexibles Bank- oder Fintech-3a-Konto ist in der Regel einfacher zu vergleichen.
Die praktische Prüfung ist einfach: Fragen Sie vor der Unterschrift, ob es sich bei dem Produkt um ein gebundenes Vorsorgekonto, eine Versicherungspolice oder eine Mischung aus beidem handelt. Fragen Sie dann, was passiert, wenn Sie die Schweiz früher als erwartet verlassen.
Wie man Gelder auf 3a und 3b aufteilt
Beginnen Sie mit dem Cashflow. Die Säule 3a sollte den Notgroschen nicht ersetzen. Sie sollte Sie nicht dazu zwingen, Investitionen zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen oder Kredite für normale Umzugskosten aufzunehmen.
Vergleichen Sie dann den Steuerabzug mit der erwarteten Sperrfrist. Wenn Ihre Steuerersparnis hoch ist und Sie planen zu bleiben, kann eine jährliche 3a-Einzahlung attraktiv sein. Wenn Ihr Aufenthalt unsicher ist, fühlt sich eine teilweise Einzahlung in Kombination mit einer flexiblen 3b-Anlage oft ausgewogener aus.
Denken Sie schliesslich in Währungen. In der Schweiz domizilierte Vermögenswerte können in CHF, globalen Aktien oder Fondsanteilen vorliegen. Ihre zukünftigen Ausgaben fallen eventuell in EUR, USD, GBP oder einer anderen Währung an. Dieses Währungsrisiko ist Teil des Entscheids und keine Nebensache.