Die verschiedenen Gebührenebenen
Ein Angebot zur Vermögensverwaltung zeigt vielleicht nur eine einzige jährliche Gebühr, aber die tatsächlichen Kosten bestehen oft aus mehreren Ebenen: Beratungs- oder Verwaltungsgebühr, Produktkosten (TER), Depotgebühren, Transaktionskosten, Währungsaufschläge und Kosten für den Steuerausweis.
Bei einem grossen Portfolio ist ein kleiner prozentualer Unterschied nicht unbedeutend. Eine jährliche Gebührendifferenz von 0,8 Prozentpunkten macht bei CHF 500'000 bereits CHF 4'000 pro Jahr aus – noch vor Berücksichtigung des Zinseszinses.
Das bedeutet nicht, dass jeder Vermögensverwalter schlecht ist. Es bedeutet, dass der Gegenwert sichtbar sein muss: Finanzplanung, Steuerkoordination, Risikokontrolle, Rebalancing, Nachlassfragen und emotionale Disziplin bei Marktschwankungen.
Fragen vor der Unterschrift
Fragen Sie, ob der Berater unabhängig ist, wie er bezahlt wird, ob er Retrozessionen erhält und ob er diese zurückerstattet. Verlangen Sie die Angabe der erwarteten jährlichen Gesamtkosten in CHF, nicht nur in Prozent.
Fragen Sie, wie mit US-Personen, Kunden mit Domizil in Grossbritannien, Umzügen in die EU, eingeschränktem Fondszugang oder zukünftigen Wohnsitzwechseln umgegangen wird. Viele Expats haben grenzüberschreitende Anliegen, die bei einer rein lokalen Portfolioempfehlung ignoriert werden.
Fragen Sie, was passiert, wenn Sie die Schweiz verlassen. Kann die Geschäftsbeziehung fortgeführt werden? Sind die Produkte weiterhin geeignet? Lassen sich die Vermögenswerte problemlos übertragen?
Wann eine Beratung sinnvoll sein kann
Eine kostenpflichtige Beratung kann sich lohnen, wenn Ihre Situation komplex ist: hohes Einkommen, Vermögenswerte in mehreren Ländern, Unternehmenseigentum, Klumpenrisiken bei Aktien, Pensionskassengelder, Immobilien, Erbschaften oder ein Ehepartner in einem anderen Steuersystem.
Wenig überzeugend ist eine Beratung, wenn die Dienstleistung im Wesentlichen aus einer teuren Fondsauswahl besteht, die hinter komplizierten Fachbegriffen versteckt wird.
Der praktische Massstab ist: Können Sie nach dem Gespräch den Plan, die Risiken, die Gebührenstruktur und die grenzüberschreitenden Annahmen in einfachen Worten erklären?
Wenn der Vorschlag nur durch Fachjargon überzeugend klingt, sollten Sie vorsichtig sein. Ein guter Berater sollte aufzeigen können, was verwaltet wird, welche Aufgaben delegiert werden, was in Ihrer Verantwortung bleibt und was sich bei einem Wohnsitzwechsel ändern würde.
Verlangen Sie nach dem Treffen eine einseitige Zusammenfassung. Diese sollte das empfohlene Portfolio, die jährlichen Gesamtkosten, die Steuerannahmen und die Schritte enthalten, die Sie selbst unternehmen müssen.